Uwe Sauer: „Wir wollen Spiele gewinnen und gleichzeitig Spieler ausbilden“
Seit fast drei Wochen befinden sich die Bundesliga-Basketballer der BG Illertal- Weißenhorn im Trainingsbetrieb für die anstehende ProB Saison. Bis es endlich losgeht, steht neben Trainingseinheiten unter anderem noch am kommenden Sonntag ein Testspiel in Nördlingen (16.00 Uhr) an. Für viele Spieler ist es die erste Spielzeit bei den Panthers, aber auch Headcoach Uwe Sauer ist neu in Weißenhorn. Wir sprachen mit dem ehemaligen Nationalspieler über den bisherigen Verlauf der Saisonvorbereitung, die Neuausrichtung des Vereins sowie über das neu geformte Weißenhorner Team.
Herr Sauer, seit genau einem Monat sind Sie jetzt schon Trainer der Weißenhorner ProB Mannschaft. Haben Sie sich in dieser Zeit in Ihrem neuen Verein gut eingelebt?
Uwe Sauer: Ja, auf jeden Fall. Die Zusammenarbeit mit dem Verein ist bis jetzt super, der Vorstand und ich sind auf einer Wellenlänge und ich erhalte viel Unterstützung von den Verantwortlichen. Jedoch gibt es noch einiges zu tun um den Weißenhorner Basketball nach vorne zu bringen, also die Arbeit geht sicher nicht aus.
Dagegen habe ich von der Stadt Weißenhorn noch nicht viel gesehen, da wir fast nur in Ulm trainiert haben. Das war logistisch und fahrtechnisch einfacher, aber natürlich werden wir in den nächsten Wochen bis zum Saisonbeginn schwerpunktmäßig in Weißenhorn trainieren, damit sich die Mannschaft auch an die Gegebenheiten und die Infrastruktur der Dreifachturnhalle gewöhnt.
Bereits vor Ihrer Verpflichtung als Headcoach der Panthers stand fest, dass es in Zukunft eine enge Kooperation zwischen ratiopharm Ulm und der BG Illertal-Weißenhorn geben wird. Wie ist Ihre persönliche Meinung zu dieser Zusammenarbeit und inwiefern wird der Weißenhorner Basketball davon profitieren?
Uwe Sauer: Die Zusammenarbeit ist für beide Seiten sinnvoll, die Ulmer werden genauso profitieren wie wir in Weißenhorn auch. Hoffnungsvolle Talente können bei uns Spielpraxis sammeln, was bedeutet, dass wir nicht extra Spieler von irgendwo herholen müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir sehr stark von der Ulmer Organisation und deren Know-How profitieren können. Ulm verfügt über eine jahrelange Profisport-Erfahrung, das wird uns sicherlich zu Gute kommen.
Am 23.08.2010 war Trainingsauftakt, welchen Eindruck macht das neu geformte Team
auf Sie?
Uwe Sauer: Ich glaube, dass sich die verschiedenen Spielertypen und Charaktere in unserer Mannschaft gut ergänzen. Als sich Ed Williams an der Schulter verletzte, war das mit Sicherheit ein erster Schreckmoment für uns. Ich hoffe, dass er am Saisonauftakt spielen kann. Ansonsten bin ich mir sicher, dass wir auf einem guten Weg sind, sofern wir von weiteren Verletzungen verschont bleiben.
Welche Schwerpunkte werden derzeit in der Vorbereitung gesetzt?
Uwe Sauer: Fitness- und Ausdauertraining spielt natürlich eine große Rolle, zudem feilen wir aktuell an der Sprintfertigkeit und an der Reaktionsfähigkeit. Unsere Mannschaft muss sich selbstverständlich erst finden, deshalb lege ich auch viel Wert auf das Zusammenspiel.
Wird es noch weitere Neuzugänge geben oder wird sich in Sachen Verstärkungen bis
Saisonbeginn nichts mehr tun?
Uwe Sauer: Wir brauchen noch einen Ersatz für Johannes Betz und führen bereits Gespräche mit mehreren potenziellen Kandidaten. Eine Entscheidung ist jedoch bis jetzt noch nicht gefallen.
Ende September startet die BGIW in die neue ProB-Spielzeit. Die 2. Bundesliga wurde ja vor dieser Saison reformiert, viele rechnen damit, dass das Niveau im Gegensatz zur letztjährigen eingleisigen ProB etwas sinken wird. Sehen Sie das genauso?
Uwe Sauer: Im Moment läuft ja gerade die Saisonvorbereitung, da sind für mich die
kommenden Gegner überhaupt nicht von Bedeutung. Ich kann sowieso nicht beeinflussen, wie stark oder schwach unsere Mitbewerber dann im Endeffekt sind. Das werden wir aber spätestens nach ein paar absolvierten Saisonspielen sehen.
Sie gelten als ein sehr ehrgeiziger Trainer, welche sportlichen Ziele verfolgen Sie in der kommenden Saison?
Uwe Sauer: Auf jeden Fall möchte ich mit meiner Mannschaft nicht unten herumdümpeln! Das heißt im Umkehrschluss, dass die Play-offs unser sportliches Ziel für die neue Saison sind. Jedoch wird das Erreichen dieses Ziels kein Selbstläufer, da unsere Mannschaft sehr jung ist und es sich erst zeigen wird, wie die Jungs mit dem Druck umgehen können. Durch unsere Neuausrichtung und der Kooperation mit Ulm steht natürlich mit der Ausbildung von Nachwuchsspielern ein weiteres wichtiges Ziel im Mittelpunkt, wobei klar sein muss, dass Talent alleine nicht ausreicht, um in der ProB bestehen zu können. Ich denke, insgesamt brauchen wir einen Mix aus Spiele gewinnen und Spieler ausbilden, das wird wohl eine sehr spannende Geschichte.
Wie wichtig wird wieder die Unterstützung durch die Weißenhorner Fans bei den Heim -
und Auswärtsspielen sein?
Uwe Sauer: Fans sind immer wichtig für eine Mannschaft, insbesondere für eine junge Mannschaft. Den Anhängern muss klar sein, dass bei unseren jungen Spielern auch der eine oder andere Fehler passieren kann. Ich hoffe, sie werden uns das nachsehen und die Jungs in solchen Situationen aufbauen statt ausbuhen. Natürlich haben die Fans das Recht, dass die Mannschaft gut spielt, das ist den Spielern und mir bewusst. Unser Team wird sicher mit ganzem Herzen dabei sein und alles versuchen, um so erfolgreich wie möglich abzuschneiden. Ich bitte die Fans, uns aber nicht nur zu Hause, sondern auch bei den Auswärtsspielen tatkräftig zu unterstützen, damit wir in fremden Hallen vor teilweise großen und lautstarken Kulissen dem Gegner Paroli bieten können.
Interview: Matthias Sauter



