Panthers wollen gegen die Löwen ihre Krallen ausfahren
Ob der BC Scholz Recycling Weißenhorn an die kämpferisch und spielerisch gute Leistung aus dem Derby in Ehingen anknüpfen kann oder ob es sich doch nur um eine Eintagsfliege handelte, wird sich am kommenden Samstag zeigen. Dann empfangen die Panthers um 20.00 Uhr in der heimischen Dreifachturnhalle keinen Geringeren als den derzeitigen Tabellenzweiten der ProB, nämlich die Hertener Löwen. Mut macht den Weißenhornern außer dem Derby in Ehingen auch das Hinspiel in Herten, welches nur knapp mit 83:87 verloren wurde.
Damals spielten die Panthers sogar auf dem gleichen Level wie das Spitzenteam aus dem Ruhrgebiet und hatten alle Chancen, die Partie für sich zu entscheiden. Am Ende waren es – wie schon des Öfteren in der laufenden Runde – Nuancen, welche die Niederlage besiegelten. Irgendwann sollte aber auch diese Serie aus Wurfpech und fehlender Abgezocktheit in den Schlussminuten der Vergangenheit angehören, am Besten gleich ab kommenden Samstag. Für das Spiel gegen den Tabellenzweiten haben sich die Panthers so einiges vorgenommen, die Zielvorgabe von Headcoach Dario Jerkic ist klar: „Wir wollen unsere Niederlagenserie beenden und Herten daheim schlagen.“ Dass dies mit einem harten Stück Arbeit verbunden ist, liegt auf der Hand. Denn nicht durch Zufall stehen die Löwen auf einem Aufstiegsplatz. Bereits in der letzten Saison machten die Hertener mit einem dritten Tabellenplatz in der Endabrechnung auf sich aufmerksam und zeigten, dass sie für höhere Aufgaben gewappnet sind. In der aktuellen Spielzeit musste Herten bis jetzt nur vier Niederlagen einstecken, die letzte davon setzte es vor zwei Wochen auswärts in Wedel (79 : 82). Topmann bei den Gästen ist der Spielmacher Ahmad Smith, der rund 18 Punkte pro Spiel erzielt. Zudem holt sich der US - Boy im Durchschnitt 8,9 Rebounds und liefert dazu 7,5 Assists. Er wurde ebenfalls wie Power Forward Cory Abercombie, der mit 14,8 Punkten zweitbester Scorer ist, vor der Saison neu verpflichtet. Trainer Dario Jerkic über die Hertener Aushängeschilder: „Es wird sehr schwierig, die beiden nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Dafür müssen wir auf jeden Fall in der Defense sicher agieren und die Rebounds kontrollieren.“
Unterdessen geht beim BC Scholz Recycling Weißenhorn die unendliche Geschichte der krankheitsbedingten Ausfälle weiter. Dieses Mal hat es Mario Simic getroffen, er leidet unter einem Fersensporn und wird laut Jerkic gegen Herten ausfallen: „Derzeit kann er nicht einmal laufen. Voraussichtlich wird er uns in den nächsten Wochen fehlen.“ Dass mit Simic einer der besten aus dem Derby pausieren muss, trifft die Panthers in ihrer aktuellen Situation natürlich besonders hart. Außerdem konnte in dieser Woche Kapitän Tobias Waitzinger wegen beruflicher Verpflichtungen nur sehr eingeschränkt trainieren. Jerkic: „Eine optimale Vorbereitung auf ein Punktspiel sieht anders aus. Unsere Trainingsbedingungen sind alles andere als optimal.“ Trotzdem lässt der BCW - Headcoach die ganze Personalmisere nicht mehr als Ausrede gelten: „Wenn jeder Spieler sein Maximum gibt, haben wir gegen den Aufstiegsanwärter eine realistische Chance. Wir haben es selbst in der Hand.“ Außerdem ist dem Weißenhorner Trainer natürlich bewusst, dass man auch mit einer kleineren Besetzung Spiele gewinnen kann. Zuletzt haben das ja vor zwei Wochen die Skyliners Frankfurt eindrucksvoll in Weißenhorn demonstriert. Dieses Debakel ist aber aus Weißenhorner Sicht längst abgehakt, jetzt gilt es, an die Leistung aus dem Derby anzuknüpfen, um dem Weißenhorner Publikum klar zu machen, dass die 88 : 101 Heimpleite ein einmaliger Ausrutscher war.
Bericht: Matthias Sauter



